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Ziersträucherschnittkurs
am 25. April 2009 OGV Lorch
Die 5 Schnittgruppen
Haben Sie auch schon einmal mit
der
Gartenschere vor Ihrer verblühten Forsythie gestanden und nicht so richtig
gewusst, wie Sie anfangen sollen zu schneiden? – Der Schnitt von Sträuchern
ist gar nicht so schwierig. Wir zeigen Ihnen, wie’s geht.
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Viele Sträucher brauchen regelmäßigen Schnitt, um Vitalität
und Blütenfülle jahrelang zu erhalten
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Bei sehr vielen Sträuchern können Sie mit dem
so genannten Pflege- oder Erhaltungsschnitt die Vitalität und Blütenfülle
steigern, indem Sie überalterte Äste entfernen und so den kräftigen, jungen
Trieben die Möglichkeit geben, deren Plätze einzunehmen. Außerdem kann man
viele ungepflegte oder jahrelang falsch geschnittene Sträucher durch einen Verjüngungsschnitt
wieder in Form bringen. Dagegen ist es kaum möglich, einen Blütenstrauch
dauerhaft klein zu halten oder ihn in eine unnatürliche Wuchsform zu pressen,
ohne dass die Blütenpracht nachlässt. Deshalb geben Blütensträucher als
geschnittene Hecken oft eher ein armseliges Bild ab. Sie sollten beim
Pflegeschnitt immer so vorgehen, dass das natürliche Aussehen erhalten bleibt,
also nie alle Äste und Zweige in einer Höhe „abrasieren“.
Man fängt mit den Schnittmaßnahmen im unteren Bereich des Strauchs an
und arbeitet sich langsam nach oben vor. So vermeidet man doppelte Arbeit,
sprich das Abschneiden dünnerer Zweige, die ohnehin mit dem gesamten Ast
entfernt worden wären. Wie viel Schnitt ein Strauch verträgt, hängt im
Wesentlichen von seinem Wuchs ab. Alle Gehölze, die im unteren und mittleren
Bereich der Hauptäste neue Triebe bilden, sind grundsätzlich schnittverträglich,
auch wenn ein Rückschnitt bis ins ältere Holz erfolgt.
Der optimale Schnittzeitpunkt für die meisten Gehölze ist das Frühjahr.
Bei Frühlingsblühern wartet man meist bis nach der Blüte – schließlich
macht es wenig Sinn, einen Teil der Knospen kurz vor der Blütezeit
abzuschneiden. Wenn Sie einen Strauch verjüngen wollen, sollten Sie dies im
zeitigen Frühjahr erledigen. So hat die Pflanze bis zum Austrieb noch Zeit,
sich auf die neue Situation einzustellen.
Gehölze teilt man in 5 Schnittgruppen ein:
Schnittgruppe
1
Forsythie, Pfeifenstrauch, Deutzie, Kolkwitzie, Weigelie, Flieder,
Zier-Johannisbeere, Spierstrauch und andere Frühlingsblüher
Schnittgruppe
2
Sommerflieder, Sommerheide, Zwerg-Spiersträucher, Hibiskus, Bartblume,
Blauraute, Rispen- Hortensie, Buschklee, Johanniskraut, Säckelblume,
Fingerstrauch und Buschmalve
Schnittgruppe
3
Rot-, Weiß- und Apfel-Dorn, Zier-Kirsche, Zier-Apfel, Zier-Pflaume
Schnittgruppe
4
Rhododendron und andere Moorbeetpflanzen, immer- und wintergrüne
Schneeballarten, Kirschlorbeer, Zwerg-Weiden, Zwerg-Ginster, immergrüne
Cotoneaster
Schnittgruppe
5
Goldregen, Zaubernuss, strauchförmige Ahornarten, Magnolie, Felsenbirne
Gehölze
SCHNITTGRUPPE
1
Merkmale: Sommergrüne Sträucher, die von unten
oder aus der Mitte immer wieder neue Triebe bilden (Forsythie, Pfeifenstrauch,
Deutzie, Kolkwitzie, Weigelie, Flieder, Zier-Johannisbeere, Spierstrauch und
andere Frühlingsblüher)
Schnittart und -zeitpunkt: Erhaltungsschnitt alle zwei bis drei Jahre im
Frühjahr nach der Blüte. Bei ungepflegten Sträuchern ist ein radikaler Verjüngungsschnitt
möglich
Überalterte Triebe entfernen
Die meisten Sträucher der Schnittgruppe 1 vergreisen sehr schnell: Die alten
Triebe bilden deutlich weniger Blüten und hängen oft seitlich über. Daher ist
es notwendig, bereits zwei bis drei Jahre nach der Pflanzung den ersten
Erhaltungsschnitt vorzunehmen und diesen im selben Turnus zu wiederholen. Man
entfernt jeweils etwa die Hälfte aller überalterten Triebe direkt über dem
Boden. Sie sind an der andersfarbigen Rinde und einer auffällig starken
Verzweigung, oft mit zahlreichen Kurztrieben, erkennbar. Ein Großteil dieser
Ziergehölze, unter anderem Forsythie oder Spierstrauch, treibt oft auch im
mittleren Bereich der alten Äste neu aus. Ein bis zwei der jungen Triebe können
Sie stehen lassen und den alten Ast oberhalb ihrer Ansatzstellen entfernen. Kürzen
Sie einige der rutenartigen Neutriebe um etwa ein Drittel ein, um die
Verzweigung zu fördern.
Gehölze
SCHNITTGRUPPE
2
Merkmale: Sommergrüne Sträucher, die im Sommer
am neuen Trieb blühen (Sommerflieder, Sommerheide, Zwerg-Spiersträucher,
Hibiskus, Bartblume, Blauraute, Rispen- Hortensie, Buschklee, Johanniskraut, Säckelblume,
Fingerstrauch und Buschmalve)
Schnittart und –zeitpunkt: Jährlicher, starker Rückschnitt der einjährigen
Triebe im zeitigen Frühjahr, bei Bedarf Verjüngungsgungsschnitt bis ins ältere
Holz
Starker Rückschnitt der einjährigen Triebe
Der Schnitt dieser Sträucher ist auch für Anfänger recht einfach, da er nur
wenig Erfahrung erfordert. Das einjährige Holz wird Jahr für Jahr bis auf
kurze Aststummel zurückgeschnitten. So bilden sich bei Pflanzen, die in den
Blattachseln neue Blüten bilden wie die Bartblume (Caryopteris), besonders
lange, neue Blütentriebe. Bei Sträuchern mit endständigen Blüten wie
Sommerflieder (Buddleja davidii) entstehen durch einen scharfen Rückschnitt
auffallend große Blütenstände. Wenn die Pflanzen zu dicht werden, kann man
sie bis ins ältere Holz zurückschneiden oder einzelne einjährige Triebe ganz
entfernen. Tipp: Bei Sträuchern mit eng zusammenliegenden Knospen wie
Zwerg-Spierstrauch oder Sommerheide ist auch ein Rückschnitt mit der
Heckenschere erlaubt.
Gehölze
SCHNITTGRUPPE
3
Merkmale: Mit den Obstgehölzen verwandte,
sommergrüne Sträucher (Rot-, Weiß- und Apfel-Dorn, Zier-Kirsche, Zier-Apfel,
Zier-Pflaume)
Schnittart und –zeitpunkt: Nach dem Aufbauschnitt an jungen Pflanzen
erfolgt im Herbst oder Frühjahr bei Bedarf ein leichter Auslichtungsschnitt.
Ein Verjüngungsschnitt ist nicht sinnvoll, da er einen Neuaufbau der Krone
erfordert.
Auslichtungsschnitt bei Bedarf
Im Gegensatz zu den Obstgehölzen, die Jahr für Jahr geschnitten werden, um den
Fruchtertrag zu optimieren, lässt man die mit ihnen verwandten Ziergehölze
ungestört wachsen. Wenn die Kronen zu dicht werden, ist allerdings ein leichter
Auslichtungsschnitt sinnvoll. Dies kann besonders bei einigen sparrig wachsenden
Zier-Apfelsorten der Fall sein. Man entfernt dann alle nach innen wachsenden Äste
und Zweige. So werden unter anderem Rindenverletzungen durch scheuernde Äste
vermieden. Sie sind potenzielle Angriffspunkte für zahlreiche Bakterien- und
Pilzinfektionen, die diese Gehölze befallen können.
Gehölze
SCHNITTGRUPPE
4
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Rhododendren und andere Immergrüne entwickeln sich auch ohne
Schnitt problemlos
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Merkmale: Immer- und wintergrüne Sträucher und
Bodendecker, einige sommergrüne Zwerggehölze (Rhododendron und andere
Moorbeetpflanzen, immer- und wintergrüne Schneeballarten, Kirschlorbeer,
Zwerg-Weiden, Zwerg-Ginster, immergrüne Cotoneaster)
Schnittart und –zeitpunkt: Kein Schnitt, nur Entfernung kranker und
erfrorener Triebe im Frühjahr. Verjüngungsschnitt außer bei Cotoneaster möglich.
Hier ist kein Schnitt nötig
Bei den immer- und wintergrünen Laubgehölzen beschränkt sich der Schnitt auf
die Beseitigung von Frostschäden. Das heißt aber nicht, dass diese Arten
keinen Schnitt vertragen. Ganz im Gegenteil: Längst nicht alle Sträucher sind
so schnittverträglich wie die meisten Immergrünen. Nicht zuletzt deshalb sind
viele von ihnen beliebte Heckenpflanzen. Selbst ältere Rhododendren, die im
unteren Bereich kahl geworden sind, lassen sich bei guter Pflege durch Verjüngungsschnitt
neu aufbauen. Ausnahme: immergrüne Cotoneaster. Sie treiben aus altem Holz nur
schlecht wieder durch.
Gehölze
SCHNITTGRUPPE
5
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Viele wertvolle Ziergehölze wie die Felsenbirne vertragen
Schnittmaßnahmen nicht besonders gut
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Merkmale: Sommergrüne Sträucher, die von unten
oder aus der Mitte in der Regel keine neuen Triebe bilden (Goldregen,
Zaubernuss, strauchförmige Ahornarten, Magnolie, Felsenbirne)
Schnittart und –zeitpunkt: Kein Erhaltungsschnitt nötig, nur
Entfernung kranker und toter Triebe im Frühjahr. Schnitt zur Wuchskorrektur nur
bei jungen Pflanzen. Verjüngungsschnitt bei den meisten Arten nicht möglich.
Hände weg!
Alle Sträucher dieser Gruppe entwickeln sich am schönsten ohne Schnitt und
nehmen es zum Teil sehr übel, wenn Sie ihnen mit der Schere zu Leibe rücken.
Schneidet man bis ins mehrjährige Holz, kann man bei Gehölzen wie der
Zaubernuss oder der Magnolie nicht mit einem neuen Austrieb rechnen. Zudem
dauert es etliche Jahre, bis die Schnittwunden verheilt sind. Das hängt zum
einen mit dem langsamen Wuchs zusammen, zum anderen damit, dass viele der Sträucher
ältere Knospen in der Rinde, so genannte „schlafende Augen“, nicht
reaktivieren können.
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