Schiller Matinee

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                      08. Juni -  Juniriss an Obstbäumen im Garten der Sinne  - Kursleitung Fritz Kissling

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Schiller Matinee im „Garten der Sinne“ vom 06. September  2009

Ein Genuss für alle Sinne war am Sonntag Morgen 06. September die Schiller – Matinee Pomologie im „Garten der Sinne“ in Lorch.

Der der Obst- und Gartenbauverein  und der „Runde – Kultur – Tisch Lorch“ hatten eingeladen, zwischen Obstbäumen, Blüten und Kräuterduft im Grünen von der Liebe des Schillervaters zur Natur und Obstbaukunde zu erfahren.

 Johannes Dunkl begrüßte im schwarzen Anzug mit Dreispitz Hut die Gäste und erzählte als Johann Caspar  Schiller am Fenster des Häuschens aus seinem Leben mit seiner berühmten Familie.

Der Chor „Limotion“ in Gärtnerkleidung unterstrich mit seinen spritzigen Liedern von allerlei Essbarem die Schilderungen Johannes Dunkls. “Karotten lass ich nie verrotten“, „Der kleine grüne Kaktus“, der ja auch im Garten der Sinne wächst, „Mango, Lischees und Annanas“ ein musikalischer Obst- und Gemüsecocktail begleitet von der Chorleiterin Julia Bernert am Klavier unterm Apfelbaum.

Die Stuttgarter Schauspielerin Irmgard Förch trug passend auf einer Schaukel am Apfelbaum sitzend Obstgedichte vor, herrlich Gereimtes zum Lob der Äpfel unter anderem auch die

Apfelkantate von Matthias Claudius.  

Die zahlreichen Gäste aus nah und fern lauschten zwischen Blumen und Kräutern sitzend den Gedichten, Geschichten und dem Gesang. Alle Sinne waren angenehm angesprochen. Das Sehen, Hören, Denken und auch der Geschmack und Duft von frischen Apfelküchle, Most und Schillerbier erfreuten den Gaumen.  

Familie Schillers Schicksalsschläge, Umzüge und Stationen ihres Lebens wurden von Johannes Dunkl als Vater Schiller anschaulich erzählt. Die Zeit des Militärdienstes von Caspar Schiller, die Geburt seiner Kinder, der Kampf im Siebenjährigen Krieg, dann die Versetzung als Werbeoffizier nach Schwäbisch Gmünd – fasziniert lauschten die vielen Anwesenden den Schilderungen Caspar Schillers. Dem Umzug nach Lorch in eine günstigere Wohnung war es zu verdanken, dass Friedrich von Schiller dort aufwachsen konnte und seinen ersten Lateinunterricht beim Lorcher Pfarrer Moser bekam. So kann sich Lorch heute in die Reihe der Schillerstädte einreihen. In Lorch kam auch die zweite Schillertochter Luise zur Welt. Schillers Umzug nach Ludwigsburg brachte dann sein schönstes Zuhause: einen Obstgarten. So konnte Vater Schiller seiner Liebhaberei der Pflege von Obstbäumen nachgehen. Er pflanzte 4000 Obstbäume und schrieb sein berühmtes Pomologie Buch, das heute noch Beachtung findet. Herzog Carl Eugen wurde darauf aufmerksam und setzte Johann Caspar  Schiller als Direktor der Solitude Baumschule ein.

Johannes Dunkl nannte auch Beispiele in der Antike, in denen der Apfel ein Rolle spielte. Ebenso im Schillerstück „Wilhelm Tell“, in dem der Apfel vom Kopf des Sohnes geschossen wird.

Dichter Friedrich Schiller hatte in seiner Schreibtischschublade immer einen angefaulten Apfel liegen ,dessen Duft ihn beim Schreiben inspirierte, berichtete Johannes Dunkl.

Gegen Ende der Matinee verlies Irmgard Förch die romantische Schaukel am großen Apfelbaum und sprach in ihrer ausdrucksvollen Weise das Fontane Gedicht „Herr von Ribeck auf Ribeck im Havelland, ein Birnbaum in seinem Garten stand…..“ inmitten der Zuhörer. Dazu strich der Duft der vom Obst- und Gartenbau Verein frischgebackenen Apfelküchle durch den blühenden Garten.

Fritz Kissling und Ulrich Rund vom OGV Lorch und vomRKT dankten allen Beteiligten für diese gelungene Matinee.

Die Vielfalt der Pflanzen im Garten, die ausgestellten Obstzeichnungen von Schillers Schwester Christophine Reinwald und die fachkundigen Erläuterungen des Obst- und Gartenbau Vereins ließen die Gäste noch lange an diesem schönen Ort verweilen.